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Das ist unser Pferd Odin, er ist ein Norweger - Mix, ca. 1996 hat er das Licht der Welt erblickt sein Stockmaß beträgt zum heutigen Zeitpunkt 1,59 m und mit 592 Kg hat er ein Idealgewicht für einen Norweger
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Das ist meine
Lebensgeschichte Teil 1 1999 - 2001 Hallo......ich
heiße Odin,
besser gesagt Horst Odinski, den Namen habe ich bekommen, weil keiner
weiß wo ich herkomme. Eventuell komme ich aus Polen, deswegen heiße
ich so. Keiner versteht das so richtig aber ist doch ein lustiger Name für
ein Pferd! Jedenfalls
gehöre ich der Familie
Wesselhöft. Sie haben mich am 16. Dezember 1999 bei einem Händler
gekauft. Mascha,
Nina
und Lenchen
sind sehr weit gefahren und nachdem sie zig meiner Artgenossen
ausprobiert und begutachtet haben, nie aber das richtige dabei war,
holte mich der Händler als „Notreserve„ aus einem Stall wo mich
keiner sehen konnte (ich glaube ich stand bei den Schweinen!) Ich muß
furchtbar ausgesehen haben, krank und fertig! Mein Fell war strubbelig
und ich hatte einen sehr dicken Bauch. Aber Mascha,
Nina
und Lenchen
sahen dies alles nicht, sondern verliebten sich gleich in mich!!! Ich
hatte vielleicht ein verdammtes Pferdeglück! Der Händler hatte gesagt,
das ich 5 Jahre alt bin und ein Norweger - Mix (deutsches Reitpony, dafür
bin ich aber eigentlich viel zu groß!) Unterm
Sattel war ich auch eher ein unausbalancierter Trottel und eigentlich
wollten sie ein älteres Pferd.....aber
sie wollten nur mich! Nachdem sie alles in Bewegung gesetzt
hatten mit der Ankaufsuntersuchung (die vom Händler organisiert wurde,
der Arzt war wohl ein Saufkumpel von ihm und hatte wohl nur Ahnung von
Schweinen und Kühen!!! ) fuhr ich wenige Tage später zu meiner neuen
Familie, die alle aufgeregt auf dem Hof warteten (Papa Thomas
Wesselhöft, Mama Antje
Wesselhöft und meine 3 Mami´s Mascha,
Nina
und Lenchen.
Gott sei dank fuhr der Händler, nachdem sie mich bezahlt hatten schnell
wieder....und ich konnte mein neues
Zuhause beziehen! BOOAHH!!! Heu,
Stroh und so nette Menschen.....jetzt lasst mich aber erstmal in Ruhe!
In den nächsten Tagen beschnupperten wir uns erstmal, ich war
schreckhaft und ließ mich sehr ungerne am Kopf berühren, hab auch eine
Delle im Schädel hab ich wohl mal von meinem Vorbesitzer eins auf´n
Deckel mit einer
Schaufel
gekriegt, das weiß nur ich, was damals passiert ist. Jedenfalls war ich
manchmal kein liebes Pferd. Aber nachdem mein Doktor mich mal richtig
angeschaut hat, war das auch kein Wunder, das ich mich so benahm ich war
nämlich erst 3 Jahre alt und da darf man als kleiner Jüngling
noch rumbocken, meine Mami´s täglich in die Box ziehen, an Wände
quetschen, auf Füße treten (mit meinen
Zarten
Hüflein oder fast umfallen beim Hufe - geben. Am
tollsten fand ich es aber immer Mascha,
Nina
oder Lenchen
durch die Halle zu ziehen und zu schleifen so das die fast jeden Tag von
Wutausbrüchen und Nervenzusammenbrüchen geplagt waren und immer
sagten, daß sie mich jetzt sofort zum Schlachter fahren würden....meinten
die das ernst?? Dann kam, nachdem ich 3 Wochen in meinem neuen Zuhause
war, der Tag der Tage. ich hatte soooo dolle Bauchweh !! Ich lag,
nachdem der Doktor schon einmal da war und mir eine entkrampfende
Spritze gab, in der Halle und hatte Schweißausbrüche und konnte kaum
noch atmen! Nachdem Kathrin Gott sei dank Mascha
alarmierte und den Doktor holte, der nur Würmer und Sand pur aus meinem
Popo holte!! IHHHH! Ich hatte wohl noch nie eine Wurmkur bekommen, sagte
Thomas Gimpel (der Doc.) Dann ging alles sehr schnell, Thomas sagte er
muß SOFORT in die Klinik. Oh Gott, was? Sonst muß ich sterben? O.k dann lieber in die Klinik, Thomas klärte
Mascha
und Mama Antje
auf daß da ganz schöne Kosten auf sie zukämen, aber das war egal! Mascha
und Antje
waren sehr aufgeregt sie hatten sehr viel Angst um mich! Jetzt gab es
nur noch ein Problem.....wir hatten keinen Anhänger! Thomas lief los
und organisierte von einem Patienten einen Hänger plus Auto. Sie
verluden mich und los gings. Thomas
Gimpel bretterte mit 80 Sachen die Segeberger Chaussee runter (er fuhr
so schnell, damit ich nicht auf die Idee kam mich hinzulegen). Nach über
einer ½ Stunde kamen wir dort an. Alle fummelten an mir rum. Die Ärztin
sagte, sofort in den OP. Ich hatte eine Sandkolik! Doc. Thomas, Kathrin,
Mama Antje
und Mascha
fuhren nach Hause, das war um 23.00 Uhr. Familie
Wesselhöft saß bibbernd im Wohnzimmer, bis endlich um 2 Uhr nachts das Tel.
klingelte ...er ist übers gröbste hinweg!! Sie haben 1 MAURERBÜTT voll
Sand aus mir rausgeholt!! Am nächsten Tag wartete ich auf was
fressbares, mein geliebtes Heu wo bist du? Warum habe ich so ein
komisches Ding am Maul? Damit kann ich ja gar nicht essen (Maulkorb).
Ich durfte auch gar nichts essen, Stroh gibt’s hier auch nicht, ich
steh auf Späne und die schmeckt nicht! Ah, Wieher, Wieher, da kommen
meine Mami´s und Papa Thomas
die retten mich jetzt! Aber die waren erstmal geschockt als sie mir die
Decke abnahmen .Ich hatte keinen Bauch mehr und meine Flanken waren
total eingefallen. Als sie die Narbe sahen die meinen gesamten
Unterbauch zierte war´s ganz aus jedenfalls bei Lenchen
die bei dem Anblick fast ihr Bewusstsein verlor. Am nächsten Tag haben
sie mir auch noch meine Milchzähne gezogen, aua meine ganze Boxentür
war voller Blut, als meine Mami´s kamen, die durften meine Zähne als
Andenken mit nach Hause nehmen . Ab jetzt durfte ich die nächsten 2
Wochen nur Schritt gehen .Meine Mami´s kamen jeden Tag 10 min. Schritt
spazieren gehen und dann wieder ab in die Box. Dann 1 Woche später
....Schock... ich verlor Fell, grosse Placken an Hals und Körper fielen
ab!! Darunter sapschige nässende Haut. Ich hatte einen Pilz (an dem
meine Mami´s gut ¼ Jahr später noch rumdockterten!)
Eigenblutbehandlung, einreiben, ich wurde vor nichts verschont! Nach ca.
2 Wochen Klinikaufenthalt konnte ich dann endlich nach Hause!! Familie
Wesselhöft holte mich bei Glatteis ab (mit einigen Schleuder
- einlagen). Papa Thomas
hatte ganz schön zu kämpfen mit dem Hänger und dem „arschglatten“
Straßenbelag. Nachdem er mindestens 3 rote Ampeln überfuhr (konnte
nicht bremsen, sonst hätte ich bei denen auf´m Schoß gesessen)
brachte er uns mit 40 km von Bad Segeberg nach Hamburg sicher nach
Hause! Die nächsten Wochen waren sehr hart für meine Mami´s: ich mußte jeden morgen warmes gekochtes
Futter (Mash) kriegen, was Mama Antje
jeden morgen kochte und einer der 3 vor der Arbeit und Schule um 7.30
Uhr mir brachte. (Ich bin wohl das erste Pferd das Essen auf Rädern
bekam, Hi, Hi). Dann
kam jeden Tag einer von den 3en in der Mittagspause angerast und führte
mich 20 min. im Schritt durch die Halle. 3-4 mal täglich kamen sie und
das über Wochen, die haben mich lieb! Nach der 2. Woche zuhause durfte
ich endlich mit Traben anfangen!! Juhu, mal ne kurze Galopp - buckel -
steig - einlage gefällig?? Wie? darf ich nicht? Das Lenchen,
bei dem Versuch mit mir eine Runde an der Hand zu traben fast von mir
k.o. geschlagen wurde tut mir echt leid! Jetzt bekomme ich jeden Tag
eine Beruhigungspaste und torkel total benommen hinter Mascha,
Nina
oder Lenchen
hinterher und mache fast in Zeitlupe alles was sie wollen. Ist wohl
besser für mich! Nach insg. 3 Monaten durfte ich wieder alles!! Ab in
die Halle, ohne Strick und los geht’s! Nach einem genüsslichen Wälzen
durfte ich dann mit meinem Haflinger Freund Nanosch auf die Weide!! Ab
da ging´s etwas aufwärts Sie machten viel Bodenarbeit mit mir Slalom
laufen, über Hindernisse Freispringen, Kompliment machen (eine
Verbeugung funktioniert durch Bestechung mit Leckerli) u.s.w. Dann kam
Nickel, eine Reitlehrerin sie lehrte mich artig an der Longe in allen
Gangarten zu laufen und ab Juni 2000 sogar unterm Sattel zu gehen. Ich
hatte ganz schöne Probleme mit meinem Gleichgewicht, so konnte ich mich
kaum entspannen und bei diesem Hallenboden, der einem hügeligen Acker
gleicht, war das auch wirklich nicht einfach! Im Juli haben sie eine
Kotprobe von mir genommen und haben leider wieder Sand gefunden, zuviel
Sand. Der Doktor Thomas Gimpel kam jetzt eine Woche jeden Tag um mir
eine Nasenschlundsonde zu verpassen. Ich bekam also einen dicken
Schlauch in meine Nüstern, der ging dann bis in den Magen, sie schütteten
mir ein Gelee in den Bauch das bewirken sollte den Sand beim Kackern
einfach aus meinem Darm zu katapultierten, zusätzlich schütteten sie
mir noch einen Kanister Paraffinöl hinterher, Ohh das flutscht! Im
September 2000 gab´s wieder Sand - alarm! Die gleiche Tortur! Ich kann
mir den Schlauch schon fast selber einführen, so routiniert bin ich! Das
Fressen und der Service in unserem Stall wurde auch immer schlechter,
weil der Bauer mehr Ahnung von Rindern als von Pferden hatte. Das Heu
war sandig und steinig, wir bekamen morgens nur unser Kraftfutter, kein
Heu (das dauerte dem Bauern zu lange bis wir aufgefressen hatten, er
hatte ja schließlich noch andere Dinge zu tun!). Abends bekamen wir
zwar Heu, aber das waren eher Portionen für Meerschweinchen, Deswegen
kam ich immer mit fast leerem Magen auf die Weide und mußte ganz viel
Gras fressen, aber da war auch nichts drauf, weil die Weide seid 17
Jahren Sommer wie Winter von uns Pferden befressen und bekackert wurde
ohne das mal ein Stück geschont oder abgeäppelt wurde. Ja, jetzt wisst
ihr auch warum ich den Sand im Bauch hatte, ich wäre ja sonst nie satt
geworden, hätte ich den Sand nicht gegessen! Familie
Wesselhöft hat mir sogar eigenes Sandfreies Heu beim Bauern
gekauft, das haben sie mir jeden Morgen und Abend in einer Oskartonne
vor die Box gestellt (damit ich endlich mal satt auf die Weide komme)
aber der Bauer hielt es nicht für nötig mir das dann zu füttern, denn
immer wenn meine Mami´s in den Stall kamen stand alles noch unberührt
vor der Box und mein Magen knurrte weiterhin!! Etwas später, Ende
November, verließ Kathrin mit ihrem Pferd Esprit den Stall und ging zum
Hof
Nordpol, schade! Sie sagte zu meinen Mami´s : „kommt doch
gleich mal vorbei und guckt euch den Stall an, da ist noch eine Box
frei.“ Lenchen und Mascha
fuhren also dorthin und waren total begeistert. Sie riefen sofort Mama
und Papa Wesselhöft an (die im Urlaub waren und völlig überrumpelt
wurden) die fanden das nicht so toll holterdipolter den Stall zu
wechseln, sagten dann aber doch das wir das entscheiden sollten. Gesagt,
getan am nächsten Tag kam Kathrin mit ihrem Hänger um 7.30 Uhr und sie
holten mich da raus!! Wieher! Der neue Stall ist der Hammer,Weiden mit
richtigem Gras (soweit man das im Dezember sehen konnte) die im Winter
nicht betreten werden dürfen (wir stehen dann auf Paddocks), eine Großraumbox
für mich ganz alleine, 2 Reithallen, 1 Aussenreitplatz, 1 Longierzirkel
und gaaanz viel lecker saftiges fressen 2 mal am Tag, so das mein Bauch
immer voll ist. Wir mussten uns erst mal an die Stallgröße gewöhnen
mit 102 Pferden (im alten Stall waren wir 30) aber mir geht’s hier
vieeeel besser! Mittlerweile ist es September 2001 und ich bin schon 11
Monate in meinem neuen Zuhause, habe nie wieder Sand gefressen und
endwickle mich, nach sehr viel schweißtreibender Nervenaufreibender
Arbeit, viel Liebe, Kuscheleinheiten und gutem Unterricht, zu einem
lieben Reitpferd (mit jetzt schon satten 1,56 cm Stockmaß!)...............toll
ne?! P.S.
Ich wollte zum Schluss noch sagen, das ich meine Familie
Wesselhöft sehr lieb habe, denn ohne sie wäre ich jetzt im
Pferdehimmel!!!
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